
Nicht jede Presseeinladung ist ein Erlebnis, von dem ich hinterher unbedingt erzählen möchte. Beim Fassanstich des Cannstatter Volksfests war das anders. Für das KD Magazin durfte ich zum ersten Mal als Pressevertreterin bei der offiziellen Eröffnung am 25. September dabei sein. Mein Platz: am Medientisch, direkt neben der Bühne in Wilhelmer’s SchwabenWelt. So nah war ich dem Auftakt des Wasens noch nie.

Um mich herum saßen Kolleginnen und Kollegen von Radio, Fernsehen und Zeitung, darunter auch vom SWR. Für mich, die Stuttgart sonst vor allem auf Instagram zeigt, war allein das spannend. Wir alle blickten auf dieselbe Bühne, aber jede und jeder würde später andere Eindrücke mitnehmen und darüber berichten. Unter den Gästen waren auch Vertreter des in Stuttgart stationierten US-Militärs. Beim Blick durch das Zelt merkte ich: Diese Eröffnung bringt Menschen zusammen, denen ich bei einem gewöhnlichen Wasenbesuch wohl kaum begegnet wäre.
Bevor das erste Bier floss, gehörte die Bühne der Zeremonie. Fahnenschwenker zogen ein, eine Blaskapelle spielte, und ein Moderator führte durch das Programm. Dann kamen die Bierkönigin und Stuttgarts Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper auf die Bühne. Nopper hielt eine Rede und sprach über das diesjährige Volksfest. Von meinem Platz aus konnte ich beobachten, wie die Aufmerksamkeit im Zelt immer stärker auf das Fass gerichtet war.

Beim Anstich zählte ich mit: ein Schlag, zwei, drei, vier. Dann saß der Zapfhahn, und das 179. Cannstatter Volksfest war offiziell eröffnet! Den ersten Krug bekam direkt unsere Landwirtschaftsministerin Marion Gentges.

Fast genauso interessant wie der Fassanstich war für mich, was unmittelbar danach am Medientisch passierte: Während im Zelt angestoßen wurde, machten sich die Pressevertreterinnen und Pressevertreter an ihre Arbeit. Fotos wurden ausgewählt, Nachrichten geschrieben und Eindrücke für Radio und Fernsehen festgehalten. Auch ich überlegte, welche Bilder und Beobachtungen ich zuerst teilen wollte. Dieses Mal war ich für das KD Magazin vor Ort und konnte den Auftakt zugleich mit meinem Blick als Stuttgarter Creatorin begleiten. Die vier Schläge waren die Nachricht. Wie sich die Stimmung im Zelt danach veränderte, gehörte für mich genauso zur Geschichte.

Zur Presseeinladung gehörten auch Essen und Getränke. So blieb nach dem offiziellen Teil Zeit, die Atmosphäre auf mich wirken zu lassen. Die Festwirtinnen und Festwirte waren da, an den Tischen wurde geredet und angestoßen. Nach und nach wurde aus der feierlichen Eröffnung ein ausgelassenes Fest. Eben noch hatten alle konzentriert zur Bühne geschaut; wenig später wurde gemeinsam gefeiert. Diesen Übergang einmal von Anfang an mitzuerleben, hat mir besonders gefallen.

In diesem Jahr lohnt sich außerdem ein Blick auf das Gelände neben dem Volksfest. Parallel findet das Landwirtschaftliche Hauptfest statt. Das passt zur Geschichte des Wasens: 1818 begann das Cannstatter Volksfest als landwirtschaftliches Fest. Das Hauptfest erinnert noch heute an diesen Ursprung und findet inzwischen alle vier Jahre statt.
Als ich später an den Nachmittag dachte, blieb mir deshalb mehr als ein angestochenes Fass in Erinnerung. Ich hatte zum ersten Mal erlebt, wie die offizielle Eröffnung aus nächster Nähe aussieht, wie schnell aus einem gemeinsamen Moment ganz unterschiedliche Berichte entstehen und wie das Fest anschließend Fahrt aufnimmt. Diese Presseeinladung hat mir nicht nur Stoff für einen Artikel gegeben. Ich hatte selbst richtig Spaß dabei und freue mich auf die kommenden Volksfesttage in Stuttgart.
Und eine Frage nehme ich vom Fassanstich noch mit: Heißt es auf dem Cannstatter Wasen eigentlich „O’zapft isch“ auf schwäbisch?

Über das KD Magazin
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