Lechner Immobilien: „Für junge Käufer zählt nicht nur der Preis – sondern der Prozess.“
– Immobilien wirken für viele 18–35-Jährige wie ein geschlossenes System. Lechner Immobilien will genau dort ansetzen: verständlich, digital und ohne Makler-Klischees –
Viele junge Menschen stehen heute zwischen zwei Realitäten: Auf Social Media wirkt Kaufen wie ein schneller Hack – im echten Leben fühlt es sich an wie ein Marathon. Eigenkapital, Zinsen, Unsicherheit, fehlende Orientierung – und ein Markt, der in den letzten Jahren vor allem eins geworden ist: teuer.
Im Gespräch mit dem KD Magazin erklärt Herr Lechner, wie Lechner Immobilien junge Zielgruppen anders abholt, warum „zu spät kaufen“ ein unterschätzter Fehler ist, weshalb digitale Exposés und virtuelle Rundgänge längst keine Spielerei mehr sind – und wo er politisch klare Stellschrauben sieht. Ein Interview über Erschwinglichkeit, finanzielle Bildung, Vertrauen und darüber, warum ein guter Makler deutlich mehr macht als „nur die Tür aufschließen“.
Die Fragen stellt die Redaktion von KD Magazin.
Die Antworten gibt Herr Lechner, Geschäftsführer von Lechner Immobilien.
Herr Lechner, wenn Sie jungen Leuten Lechner Immobilien in zwei, drei Sätzen erklären müssten: Was wäre Ihr Pitch?
Einen klassischen „One-Liner“ gibt es bei uns tatsächlich nicht – Immobilien sind dafür zu vielschichtig. Wenn ich es trotzdem für junge Menschen greifbar machen soll: Wir sind ein Maklerunternehmen, das junge Leute und ihre Themen versteht – gerade dann, wenn es um den Einstieg in den Immobilienmarkt geht.
Gleichzeitig kennen wir inzwischen auch die andere Seite sehr gut: Verkäufer, Eigentümer, Bestandskunden, Familien – also Menschen mit völlig anderen Motiven und Voraussetzungen. Diese Multiperspektive ist aus meiner Sicht ein echter Vorteil, weil wir nicht nur eine Brille aufhaben, sondern Bedürfnisse und Risiken auf beiden Seiten realistisch einschätzen können.

Was unterscheidet Sie aus Sicht junger Menschen von anderen Maklern im Raum Stuttgart oder Ludwigsburg?
Ich glaube, wir sind weniger konservativ, insgesamt offener – sowohl in der Haltung als auch in der Darstellung. Viele junge Leute haben wenig Zeit und wenig Lust auf „Makler-Standardprozess“, der sich zäh anfühlt.
Was bei uns stark wirkt, ist die Art, wie wir Immobilien aufbereiten: virtuelle Rundgänge, Videos, moderne Exposés. Damit können sich Interessierte die Immobilie zu Hause in Ruhe ansehen – Schnitt, Raumgefühl, Möglichkeiten. Sie müssen nicht sofort einen Termin blocken, nicht sofort alles koordinieren und können deutlich smarter vorselektieren. Das reduziert Reibung im Prozess und macht die Entscheidung für viele überhaupt erst machbar.
„Junge Käufer wollen nicht mehr ‚Makler-Feeling‘ – sie wollen Klarheit, Tempo und einen Prozess, der zu ihrem Alltag passt.“
Was hat sich am Immobilienmarkt für 18–35-Jährige zuletzt am meisten verändert?
Ganz klar: die Erschwinglichkeit. Die Kosten – und damit die Einstiegshürde.
Junge Menschen starten als Berufseinsteiger, bauen sich erst auf, haben selten hohe Eigenkapitalquoten. Klar, manche hatten früher einen Bausparvertrag oder familiären Rückenwind – aber das ist nicht die Regel. Und parallel hat sich auch die Perspektive verändert: Viele junge Leute sehen eine Immobilie nicht mehr automatisch als Lebensentscheidung, sondern als Verpflichtung mit hohem Bindungsgrad.
Ich höre häufig: „Ich kann mir das eh nicht leisten.“ Und wenn dieser Gedanke einmal sitzt, arbeiten viele auch gar nicht mehr strategisch darauf hin – entweder wegen Flexibilität oder weil sie das Thema komplett parken. Das ist psychologisch nachvollziehbar, aber langfristig nicht immer klug.
Welche typischen Anfängerfehler sollten junge Leute unbedingt vermeiden?
Einer der größten Fehler ist: zu spät kaufen – zu lange warten.
Das hängt wieder direkt mit Bezahlbarkeit zusammen. Wer früh versteht, dass Eigentum nicht „irgendwann mal“ passiert, sondern ein strategisches Projekt ist, trifft andere Entscheidungen. Es geht nicht darum, auf Teufel komm raus „Investor“ zu werden oder irgendwelchen Instagram-Versprechen hinterherzulaufen. Es geht darum, überhaupt eine Basis zu schaffen – manchmal reicht eine Zwei-Zimmer-Wohnung als Start, die man später im Alter einfach hat.
Viele unterschätzen, wie groß der Unterschied im späteren Leben sein kann: Menschen, die Immobilien besitzen, stehen finanziell oft stabiler da als Menschen, die keine besitzen. Das ist keine romantische Sicht – das ist schlicht eine Beobachtung aus der Praxis.
„Am Ende reicht oft eine eigene Immobilie als Mindestmaß – und wenn es nur eine Zwei-Zimmer-Wohnung fürs Alter ist.“
Wie geht man als Berufseinsteiger oder Student smart an eine Finanzierung ran?
Erstens: vergleichen – aber nicht blind. Und zweitens: einen wirklich kompetenten Finanzierungspartner an die Seite holen.
Online-Portale können eine erste Orientierung geben, aber bei Immobilienfinanzierung wird es schnell komplex: Laufzeiten, Sondertilgungen, Zinsbindung, individuelle Bonität, Förderlogiken, Neubau vs. Bestand – das sind keine Themen, die man „mal eben“ mit einem Klick sauber entscheidet.
Ein guter Berater bringt Struktur: Was ist realistisch? Wie hoch darf die Rate sein, ohne dass das Leben daneben komplett austrocknet? Welche Szenarien sind sinnvoll? Gerade junge Leute brauchen hier Klarheit – nicht nur Zahlen.
Woran erkennt man einen guten Berater?
Am Bauchgefühl – und an Substanz. Bauchgefühl ist oft nicht so falsch, aber es darf nicht alleine entscheiden. Was ich wichtig finde: Ein guter Berater hat Erfahrung, versteht Zusammenhänge und hat echtes Interesse am Thema.
In unserer Branche ist es leider so: Viele wollen beraten, aber wenige können es wirklich – nicht aus bösem Willen, sondern weil Kompetenz, Überblick und Erfahrung fehlen. Und ehrlich gesagt: Die ersten Jahre im Immobilienbereich sind oft Lehrjahre. Man baut erst mit der Zeit einen echten Werkzeugkasten auf.
Wenn jemand Beratung verspricht, aber keine Tiefe liefert – dann wird es riskant.
Gibt es Förderungen oder Programme, die junge Menschen meistens übersehen?
Ich bin da ehrlich: Ich bin kein Spezialist für Förderprogramme. Und ein Grund ist die Volatilität – heute ist ein Topf da, morgen ist er weg. Das macht es schwer, als Makler „aus dem Stand“ verlässliche Aussagen zu treffen, ohne in eine Haftungsfalle zu laufen.
Was wir aber immer machen: individuell schauen. Wenn jemand konkret fragt, prüfen wir es im Kontext. In der Realität sehe ich im Bestand wenig „junge Leute“-Förderung, die wirklich massiv hilft.
Wenn ich politisch einen Hebel nennen soll: Grunderwerbsteuer. Für Erstkäufer, junge Menschen oder untere Einkommen wäre es aus meiner Sicht sinnvoll, diese Last zu reduzieren oder zeitweise auszusetzen. Denn diese Steuer ist ein echter Bremsklotz: 5% vom Kaufpreis in Baden-Württemberg – ohne direkte Gegenleistung.

Warum ist die Grunderwerbsteuer aus Ihrer Sicht so problematisch?
Weil sie unmittelbar die Eigenkapitalquote hochzieht – und junge Käufer genau dort die größte Schwäche haben.
Man kann über Maklerkosten diskutieren, klar. Aber wenn ein guter Makler seine Arbeit macht, sichert er Transaktionen ab, kennt das Objekt, organisiert Dokumente, klärt Risiken, strukturiert Prozesse – das ist am Ende wie eine Versicherung.
Die Grunderwerbsteuer dagegen geht ins „Leere“. Sie ist einfach eine zusätzliche Hürde. Und wenn eine Immobilie hundertmal verkauft wird, wird hundertmal Grunderwerbsteuer fällig. Das ist aus Käuferperspektive schwer zu vermitteln.
Wie sollten junge Käufer entscheiden: Bauchgefühl oder Checkliste?
Beides – in der richtigen Reihenfolge. Technisch muss man Immobilien betrachten, logisch. Man sollte eine gewisse Analyse machen oder jemanden dabei haben, der technisch versteht, worum es geht.
Aber: Wenn Leute bei der Erstbesichtigung mit dreiseitigen Checklisten auftauchen, funktioniert das oft nicht gut – vor allem, wenn es um die eigene Immobilie geht. Dann verlieren sie das Bauchgefühl und suchen zwanghaft Mängel. Und man findet immer etwas.
Bei Kapitalanlagen ist das anders: da ist Emotion weniger relevant. Aber beim Eigenheim ist es eine große Entscheidung – und dafür brauchen viele Menschen auch Rückhalt: Familie, Freunde, jemanden, der mitdenkt. Das ist übrigens bei älteren Käufern genauso. Auch dort kommt oft noch Mama oder Papa mit.
Welcher Rat, den man ständig hört, ist aus Ihrer Sicht kompletter Quatsch?
Viele Social-Media-Versprechen rund um Kapitalanlagen: „Alles easy“, „rechnet sich immer steuerlich“, „ab 2.000 Euro netto finanzierst du dir deine Wohnung“. Das kann in manchen Regionen funktionieren – in Stuttgart oder Ludwigsburg wird es oft schwierig.
Und selbst wenn es rechnerisch geht, ist die Frage: Welchen Anspruch habe ich neben der Immobilie noch ans Leben? Menschen brauchen Luft zum Leben. Wer alles auf Kante finanziert, wird nicht automatisch glücklich – und das wird in solchen Aussagen oft ausgeblendet.
„Vieles klingt online gut – ist am Markt aber nur unter Bedingungen umsetzbar, die kaum jemand ehrlich dazusagt.“
Welcher Typ Kunde ist Ihnen am liebsten – und welcher so gar nicht?
Am liebsten sind mir Kunden, die Beratung schätzen und Vertrauen geben. Vertrauen ist oft das größte Thema, weil es am Markt viele durchschnittliche Beratungsqualitäten gibt – und daraus entsteht Misstrauen. Das verstehe ich sogar.
Spannend ist: Wenn wir ehrlich sind, kommen manche erst mal nicht damit klar. Sie sind irritiert und denken: „Will der mich veräppeln?“ Dabei ist Ehrlichkeit genau das, was langfristig hilft. Denn gute Ergebnisse entstehen nur, wenn man offen spricht – auch über Risiken.
Schwierig sind Kunden, die in der Erstbesichtigung nur nach Schema F abarbeiten und jede Kleinigkeit als Dealbreaker nehmen – ohne das Gesamtbild zu sehen. Dann wird es schnell unproduktiv.
Welche Fähigkeiten sollten junge Menschen heute lernen, die man in der Schule nie beigebracht bekommt?
Ernährung, Finanzen, Medizin. Also: Gesundheit und Geld – die beiden Systeme, die unser Leben massiv beeinflussen.
Finanzielle Bildung ist in Deutschland ein echtes Defizit. Viele wissen nicht, welche Steuern sie zahlen, welche Mechaniken dahinterliegen, wie man langfristig plant. Und gleichzeitig beschweren sich viele später, „gefangen“ zu sein – dabei fehlt oft das Wissen oder das Interesse an der Materie.
Bei Ernährung und Gesundheit ist es ähnlich: Wer früh versteht, wie der eigene Körper funktioniert, spart später an vielen Stellen Kosten, Probleme und Stress.
Was glauben die meisten über Ihren Job, das überhaupt nicht stimmt?
Dass wir „nur die Tür aufschließen“.
Die Leute sehen die Besichtigung und das Exposé – aber nicht, was davor passiert: Unterlagen beschaffen, Grundbuchthemen, Bauakten, Hausverwaltung, Registeranfragen. Teilweise dauern Dokumente Monate. Und dann kommen Dinge, die man nicht sieht: falsch eingetragene Stellplätze, alte Notarfehler, widersprüchliche Unterlagen.
Das ist genau die Arbeit, die Transaktionen sicher macht. Und auch die Qualität eines Exposés ist nicht „einfach mal schnell“. Wir investieren da viel Zeit – weil es am Ende um Vertrauen und Verlässlichkeit geht.

Welches Learning hat Ihnen persönlich mehr gebracht als jede Ausbildung oder jedes Seminar?
Mein täglicher Job. Ich lerne heute noch – weil ich ständig mit neuen Fällen konfrontiert werde. Genau deshalb ist Erfahrung in diesem Bereich so wichtig: Man stößt immer wieder auf Situationen, die einen zum Lernen zwingen.
Und das zweite große Learning fürs Business: Nicht zu viel auf andere hören. Nicht im Sinne von „ignorant sein“, sondern im Sinne von: filtern, selbst denken, eigene Entscheidungen sauber begründen. Viele Stimmen sind laut – aber nicht jede Stimme hat Substanz.
Wenn Sie heute noch mal komplett bei Null starten müssten – was wäre Ihr erster Schritt?
Ich würde mich früher und stärker fachlich ausbilden, also mit mehr Substanz starten. Ich habe vieles in der Realität gelernt. Das Studium war der theoretische Teil, aber die Praxis ist nochmal eine andere Welt.
Wenn ich neu starten würde, würde ich mir vorher mehr strukturiertes Wissen aufbauen – und dann ins „kalte Wasser“. Praxis bleibt trotzdem entscheidend, aber Substanz zu Beginn spart Umwege.
Welche Rolle spielt KI in der Welt eines Immobilienmaklers?
Die Branche ist sehr hellhörig – KI ist auf Veranstaltungen und bei Softwareanbietern ein zentrales Thema. Wir nutzen KI auch, aber sehr sorgfältig und dosiert.
Bei uns unterstützt KI z. B. bei Standortdaten, in Teilen bei Immobilienbewertung, bei Texten und im Marketing. Wichtig ist: Wir arbeiten mehrschienig. Es ist eine Symbiose aus analog und digital.
Gerade bei Bewertungen sieht man teils dramatische Unterschiede zwischen Standardbewertung und dem, was KI ausgibt. KI ist für uns eine Arbeitserleichterung, eine Unterstützung – aber kein Ersatz. Und bei komplexen Themen ist die Gefahr: Es klingt gut, ist aber nicht immer richtig.
Fazit
Dieses Gespräch zeigt ziemlich klar: Der Immobilienmarkt ist für junge Menschen nicht „zu schwierig“ – aber er ist zu wenig erklärt. Zwischen Erschwinglichkeit, Informationsflut und Social-Media-Verkürzungen entsteht eine Lücke, die viele davon abhält, überhaupt loszugehen.
Lechner Immobilien setzt genau dort an: mit moderner Darstellung, digitalen Prozessen, ehrlicher Beratung und dem Anspruch, nicht nur eine Immobilie zu „vermarkten“, sondern Entscheidungen abzusichern. Der Kern bleibt: Wer langfristig stabil stehen will, braucht nicht den perfekten Deal – sondern einen realistischen Plan, einen sauberen Prozess und das richtige Timing.
Besuch & Anfahrt – Lechner Immobilien
Adresse:
Lechner Immobilien
Schlossstraße 25
71634 Ludwigsburg
weitere Infos unter: Lechner Immobilien
Instagram: lechner.immo
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