NXTGN Applied Deep Tech Fest 2026 – Wo aus Ideen Zukunft wird

TECH & INNOVATION

Innovation zum Anfassen

Das Applied Deep Tech Fest 2026 zeigte eindrucksvoll,
warum Baden-Württemberg zu den spannendsten Innovationsstandorten Europas gehört.
In der Arena2036 trafen Forschung, Wirtschaft, Investoren und Start-ups aufeinander –
mit einem gemeinsamen Ziel: Technologien zu entwickeln, die unseren Alltag und unsere Zukunft verändern.

Ort
Arena2036 · Stuttgart
Datum
24. Juni 2026
Redaktion
KD Magazin
Lesezeit
ca. 4 Minuten

Satelliten für den Weltraum, innovative Cybersicherheitslösungen,
Business Angels mit jahrzehntelanger Erfahrung und Gründer,
die aus universitärer Forschung marktreife Unternehmen entwickeln –
das Applied Deep Tech Fest 2026 machte deutlich,
wie viel Innovationskraft in der Region steckt.
Das KD Magazin war vor Ort,
sprach mit Organisatoren, Investoren und Start-ups
und zeigt, warum solche Veranstaltungen weit mehr sind
als klassische Netzwerktreffen.

 

Wo aus Ideen Zukunft wird – Das Applied Deep Tech Fest 2026 in der Arena2036

Satelliten, Cybersicherheit, künstliche Intelligenz und mutige Gründer – beim Applied Deep Tech Fest 2026 wurde deutlich, warum Innovation vor allem dort entsteht, wo Menschen mit unterschiedlichen Ideen und Erfahrungen zusammenkommen.

Wer die Arena2036 in Stuttgart betritt, merkt sofort, dass dieser Ort anders ist. Wo normalerweise Wissenschaftler, Ingenieure und Unternehmen an Mobilitäts- und Zukunftstechnologien forschen, herrscht an diesem Tag eine besondere Dynamik. Zwischen modernen Forschungsflächen, Prototypen und Messeständen diskutieren Gründer mit Investoren, Professoren mit Unternehmern und Studierende mit erfahrenen Geschäftsführern. Überall entstehen Gespräche, werden Kontakte geknüpft und Ideen weiterentwickelt. Genau diese Begegnungen machen das Applied Deep Tech Fest 2026 aus – eine Veranstaltung der Innovationsplattform NXTGN und der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS), die Forschung, Wirtschaft und Unternehmertum enger miteinander vernetzen möchte.

Dabei geht es längst nicht nur um technische Innovationen. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die bereit sind, neue Wege zu gehen. Menschen, die Risiken eingehen, bestehende Lösungen hinterfragen und Technologien entwickeln, die unseren Alltag in den kommenden Jahren nachhaltig verändern könnten. Während viele Veranstaltungen Innovation vor allem präsentieren, wird hier aktiv daran gearbeitet, sie möglich zu machen.

Schon nach wenigen Minuten fällt auf, dass die Atmosphäre bewusst offen gehalten ist. Statt abgesperrter VIP-Bereiche oder großer Distanz zwischen Ausstellern und Besuchern entstehen überall spontane Gespräche. Investoren hören sich Ideen von jungen Gründern an, Unternehmen informieren sich über neue Technologien und Forschende erhalten direktes Feedback aus der Wirtschaft. Genau diese Offenheit ist es, die das Festival von vielen klassischen Fachveranstaltungen unterscheidet.


NXTGN

Wo Start-ups auf Mittelstand treffen

Interview mit Adrian Thoma


Hinter dieser Idee steht NXTGN, eine Innovationsplattform, die Universitäten, Forschungseinrichtungen, Start-ups, Unternehmen und Investoren miteinander verbindet. Geschäftsführer

Adrian Thoma beschreibt die Aufgabe dabei sehr treffend: Forschung allein reicht nicht aus. Gute Ideen müssen den Weg aus dem Labor in den Markt finden. Gleichzeitig stehen viele mittelständische Unternehmen vor der Herausforderung, ihre Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln und neue Technologien frühzeitig kennenzulernen. Genau an dieser Schnittstelle setzt NXTGN an.

Adrian Thoma kennt die Start-up-Welt nicht nur aus der Theorie. Bereits 2008 gründete er sein erstes Unternehmen, führte es erfolgreich am Markt und verkaufte es später. Anschließend investierte er selbst in junge Unternehmen und engagierte sich über viele Jahre in der deutschen Gründerszene. Heute möchte er seine Erfahrungen weitergeben und dazu beitragen, dass aus guten Ideen erfolgreiche Unternehmen entstehen.

Besonders überzeugt zeigt er sich vom Innovationspotenzial Baden-Württembergs. Während viele den Blick automatisch ins Silicon Valley oder nach Berlin richten, verweist er auf die außergewöhnliche Kombination aus exzellenten Hochschulen, international anerkannter Forschung und einer starken mittelständischen Wirtschaft. Gerade diese Mischung schaffe ideale Voraussetzungen für technologieorientierte Unternehmensgründungen.


Unternehmer-Mindset · Adrian Thoma

Eine Idee allein reicht nicht. Erst wenn daraus ein Produkt entsteht, für das Kunden bereit sind zu bezahlen, entsteht ein echtes Geschäftsmodell.

Im Gespräch wird jedoch schnell deutlich, dass erfolgreiche Gründungen weit mehr benötigen als eine gute Idee. „Eine Idee allein reicht nicht“, erklärt Thoma. Erst wenn daraus ein Produkt entsteht, das ein konkretes Problem löst und für das Kunden tatsächlich bezahlen, entwickelt sich daraus ein tragfähiges Geschäftsmodell. Genau diesen Schritt würden viele Gründer unterschätzen.

Ebenso wichtig sei das Team. Erfolgreiche Unternehmen würden heute nur selten von Einzelpersonen aufgebaut. Unterschiedliche Kompetenzen, gegenseitiges Vertrauen und die Fähigkeit, gemeinsam Krisen zu bewältigen, seien häufig entscheidender als die eigentliche Geschäftsidee. Rückschläge gehörten zwangsläufig dazu. Wer gründen möchte, müsse lernen, mit Unsicherheit umzugehen und trotz Hindernissen weiterzumachen.

Sein wichtigster Rat an alle, die mit einer Gründung liebäugeln, klingt deshalb erstaunlich einfach: „Nicht ewig überlegen – einfach anfangen.“

Paneldiskussion beim Applied Deep Tech Fest 2026: Gründer, Wissenschaft und Wirtschaft diskutieren gemeinsam über die Zukunft des Innovationsstandorts Baden-Württemberg.


 

ANYORBIT

Satelliten aus Baden-Württemberg

Interview mit Jérôme Hildebrandt

Wie unterschiedlich die Geschichten hinter den Start-ups sind, zeigt das Unternehmen AnyOrbit. Mitgründer Jérôme Hildebrandt erzählt seine Geschichte mit sichtbarer Begeisterung. Seine Leidenschaft für die Raumfahrt begann bereits in der Kindheit. Aufgewachsen in Französisch-Guayana, erlebte er regelmäßig Raketenstarts vom europäischen Weltraumbahnhof aus nächster Nähe. Während andere Kinder davon träumten, Fußballprofi oder Pilot zu werden, stand für ihn früh fest, dass seine Zukunft im Bereich Raumfahrt liegen würde.

Heute arbeitet Jérôme gemeinsam mit seinem Team an Satellitensystemen, die künftig kommerziell eingesetzt werden sollen. Dabei umfasst sein Arbeitsalltag weit mehr als theoretische Berechnungen. Konstruktion, Simulation, Teststände und aufwendige Messverfahren gehören ebenso dazu wie die Entwicklung neuer Antriebssysteme. Ziel ist es, Forschungsergebnisse aus dem universitären Umfeld in marktfähige Produkte zu überführen – ein Paradebeispiel dafür, was Veranstaltungen wie das Applied Deep Tech Fest fördern möchten.


Blick in die Zukunft · Jérôme Hildebrand
„In den nächsten Jahren werden Hunderttausende neue Satelliten ins All kommen.“

Im Gespräch wird schnell deutlich, wie selbstverständlich Satelliten inzwischen zu unserem Alltag gehören. Navigation per GPS, Wettervorhersagen, Fernsehen, internationale Kommunikation oder moderne Logistik wären ohne sie kaum denkbar. Gleichzeitig wächst ihre Zahl rasant. Bereits heute befinden sich rund 25.000 Objekte im Erdorbit. In den kommenden Jahren werden voraussichtlich Hunderttausende weitere Satelliten hinzukommen. Ein Satellit in einer niedrigen Erdumlaufbahn bewegt sich dabei mit rund 27.000 Kilometern pro Stunde und umrundet unseren Planeten in nur etwa anderthalb Stunden.

Besonders spannend war eine Frage, die vermutlich viele Besucher beschäftigte: Was passiert eigentlich mit einem Satelliten, wenn er irgendwann nicht mehr funktioniert? Jérôme erklärt, dass kleinere Satelliten über viele Jahre hinweg langsam an Höhe verlieren und schließlich in der Atmosphäre verglühen. Satelliten in höheren Umlaufbahnen werden dagegen in sogenannte Friedhofsorbits gebracht, wo sie dauerhaft verbleiben. Ein Detail, das eindrucksvoll zeigt, wie viele Aspekte bei moderner Raumfahrt berücksichtigt werden müssen.

Mehr über AnyOrbit erfahren

Wie entwickelt man eigentlich einen Satelliten? Welche Technologien stecken hinter AnyOrbit und woran arbeitet das Team aktuell?

Wer tiefer in die Welt der Raumfahrt eintauchen möchte, findet auf der Website von AnyOrbit weitere Informationen über das Unternehmen, die Technologie, aktuelle Projekte und die Vision hinter dem Start-up.


→ www.anyorbit.space

applied deep tech fest 2026


viss

Das „Kondom für den PC“

Interview mit Max

Kaum ein anderer Stand zog so viele neugierige Besucher an wie das Start-up VISS. Der Grund dafür war ein Satz, den Gründer Max mit einem Augenzwinkern formulierte: „Wir bauen das Kondom für den PC.“

Hinter dieser ungewöhnlichen Beschreibung steckt jedoch ein sehr ernstes Thema. Cyberangriffe gehören längst zum Alltag. Immer wieder werden Krankenhäuser, Unternehmen oder öffentliche Einrichtungen Opfer von Schadsoftware. Die Folgen reichen von verschlüsselten Daten bis hin zu tagelangen Betriebsausfällen.

Die Lösung von VISS verfolgt einen ungewöhnlichen Ansatz. Statt potenziell gefährliche Dateien direkt auf einen Computer gelangen zu lassen, übernimmt eine vorgeschaltete Hardware, die VISSBOX, die Verarbeitung der gefährlichen Inhalte in einer abgeschotteten Umgebung. USB-Sticks, Downloads oder Netzwerkverbindungen werden zunächst außerhalb des eigentlichen Computers in einer hardwareseitig isolierten Umgebung geöffnet und nur sanierte Bilddaten gelangen später auf das eigentliche System. Entwickelt wurde die VISSBOX ursprünglich für besonders schützenswerte Umgebungen wie kritische Infrastruktur und Behörden.


Cybersecurity · Max

Wir bauen das Kondom für den Computer.

Gerade im Gesundheitswesen eröffnet diese Technologie neue Möglichkeiten. Das Unternehmen erprobt die Technologie bereits mit einem Klinikumsverbund, bei dem regelmäßig große Mengen externer Patientendaten verarbeitet werden. Ziel ist es, diese Informationen sicher und gleichzeitig deutlich schneller nutzbar zu machen, ohne das gesamte Krankenhausnetzwerk einem unnötigen Risiko auszusetzen.

Im Gespräch macht Max deutlich, dass Cybersicherheit längst kein Thema mehr ausschließlich für große Unternehmen ist. Jeder Internetnutzer könne Opfer eines Angriffs werden. Deshalb gibt er auch drei einfache Empfehlungen für den Alltag: Öffentliche WLAN-Netzwerke möglichst vermeiden, ausschließlich eigene oder vertrauenswürdige Ladekabel verwenden und QR-Codes nur dann scannen, wenn ihre Herkunft eindeutig bekannt ist. Hinzu kommt ein vierter Rat, der häufig unterschätzt wird: Software regelmäßig aktualisieren. Viele erfolgreiche Angriffe nutzen Sicherheitslücken aus, für die längst Updates verfügbar sind.


Mehr über VISS erfahren

Wie kann moderne Hardware Computer wirksam vor Cyberangriffen schützen? Genau dieser Frage widmet sich das Team von VISS. Das Start-up entwickelt innovative Sicherheitslösungen, die digitale Systeme vor Schadsoftware schützen und insbesondere in sensiblen Bereichen wie Krankenhäusern, Behörden oder Unternehmen zum Einsatz kommen können.

Auf der Website von VISS findest du weitere Informationen über die Technologie, aktuelle Projekte und die Vision hinter dem Unternehmen.


→ www.viss.cc

 


BUSINESS ANGEL

Kapital ist wichtig – Menschen sind wichtiger

Interview mit Ingo Weber

Innovative Ideen benötigen nicht nur technisches Know-how, sondern häufig auch finanzielle Unterstützung und unternehmerische Erfahrung. Genau hier kommen Business Angels ins Spiel. Einer von ihnen ist Ingo Weber, Geschäftsführer der Carcharodon Capital GmbH aus Stuttgart.

Nach dem erfolgreichen Verkauf seines eigenen Unternehmens entschied er sich, junge Gründer in einer möglichst frühen Phase zu begleiten. Dabei investiert er nicht nur Kapital, sondern vor allem Zeit, Erfahrung und sein persönliches Netzwerk. Kontakte zu potenziellen Kunden, strategische Beratung und unternehmerisches Coaching seien häufig wertvoller als die eigentliche Finanzierung.

Besonders interessant ist seine Sicht auf Unternehmensgründungen. Während viele Investoren zunächst auf Zahlen oder Präsentationen achten, beginnt für Ingo Weber alles beim Menschen. Vertrauen, Sympathie und die Fähigkeit, gemeinsam schwierige Situationen zu meistern, seien entscheidende Voraussetzungen für eine langfristige Zusammenarbeit. Schließlich begleite man viele Gründer über mehrere Jahre hinweg.


Business Angel · Ingo Weber

Kapital ist wichtig. Menschen sind wichtiger.

Besonders gern erinnert er sich an einen jungen Gründer, den er bereits kurz nach dessen Studium kennengelernt hat. Damals stand dieser mit einer ersten Idee auf der Bühne und suchte Unterstützung. Heute führt er ein erfolgreiches KI-Unternehmen mit einer Finanzierungsrunde im Millionenbereich. Solche Entwicklungen zu begleiten, sei für ihn einer der schönsten Aspekte seiner Arbeit.

Sein Rat an alle, die über eine Selbstständigkeit nachdenken, lautet deshalb ebenso schlicht wie motivierend: „Einfach machen.“ Viele Menschen hätten hervorragende Ideen, würden sich jedoch nie trauen, den ersten Schritt zu gehen. Gerade in jungen Jahren sei das Risiko häufig geringer, als viele glaubten.#

🌊 Mehr über Carcharodon Capital erfahren

Wie arbeitet ein Business Angel? Welche Start-ups unterstützt Ingo Weber und worauf achtet er bei seinen Investments?
Auf der Website von Carcharodon Capital erhältst du Einblicke in den Investmentfokus, das Portfolio sowie die Philosophie hinter der Beteiligungsgesellschaft.

Neben der Finanzierung begleitet Carcharodon Capital junge Unternehmen mit unternehmerischer Erfahrung, strategischer Beratung und einem starken Netzwerk – von der ersten Idee bis zum erfolgreichen Wachstum.

 


Zukunft entsteht durch Begegnungen

Nach zahlreichen Gesprächen mit Gründern, Investoren und Organisatoren bleibt vor allem eine Erkenntnis: Innovation entsteht selten im Alleingang. Sie entwickelt sich dort, wo Menschen ihre Erfahrungen teilen, unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen und aus ersten Gesprächen gemeinsame Projekte entstehen.

Das Applied Deep Tech Fest 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, welches Innovationspotenzial in Baden-Württemberg vorhanden ist. Die Region verfügt über hervorragende Hochschulen, international erfolgreiche Unternehmen und eine wachsende Start-up-Szene. Veranstaltungen wie diese schaffen den Raum, in dem aus Forschung wirtschaftlicher Erfolg werden kann.

Vielleicht wird sich in einigen Jahren niemand mehr daran erinnern, welches Gespräch an diesem Tag den entscheidenden Impuls gegeben hat. Sicher ist jedoch, dass viele erfolgreiche Unternehmen genau so beginnen: mit einer Begegnung, einer Idee und dem Mut, den ersten Schritt zu gehen.

Das Applied Deep Tech Fest war deshalb weit mehr als eine Technologiemesse. Es war ein Blick in die Zukunft – und gleichzeitig der Beweis dafür, dass diese Zukunft bereits heute in der Region Stuttgart gestaltet wird.

🚀 Mehr über NXTGN erfahren

Du möchtest mehr über NXTGN, das Applied Deep Tech Fest oder weitere Veranstaltungen rund um Innovation, Start-ups und Unternehmertum erfahren? Auf der Website von NXTGN findest du aktuelle Events, Förderprogramme, Netzwerke sowie zahlreiche Informationen für Gründerinnen, Gründer und Unternehmen.

Ob du selbst gründen möchtest, nach innovativen Technologien suchst oder einfach wissen willst, welche Ideen die Zukunft prägen – ein Besuch lohnt sich.

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