HOAM – Tim Amann und Max Holzapfel

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Manchmal sind es nicht die großen Businesspläne, die eine Stadt verändern. Manchmal reicht ein Abend, ein kurzer Satz auf einem Geburtstag – und zwei Menschen, die sagen: „Lass machen.“ HOAM ist genau so entstanden: nicht als Hochglanzprojekt, nicht als elitärer Performance-Club, sondern als Ort, der sich anfühlt wie ein zweites Zuhause. Ein „Space“, in dem du ankommst, durchatmest, läufst – und dich danach nicht nur fitter, sondern verbundener fühlst.
Hinter HOAM stehen Tim Amann und Max Holzapfel. Beide Ingenieure. Beide mit einem stressigen Alltag. Und beide mit dem gleichen Wunsch, den viele kennen, aber wenige konsequent umsetzen: einen wöchentlichen Fixpunkt schaffen, der Menschen zusammenbringt – ohne Druck, ohne Show, ohne Ausschluss. Max kommt aus dem Handball, musste seine Karriere verletzungsbedingt beenden und hat sich den Sport zurückgeholt – als Ausgleich, als Routine, als Reset. Tim hat Sport ebenfalls als Gegenpol zum Alltag entdeckt und ist über das Laufen immer tiefer ins Radfahren, Schwimmen und Triathlon-Feeling reingewachsen. Kennengelernt haben sie sich nicht über Strava oder Pace-Tabellen – sondern über Freundschaft. Tim ist ein enger Freund von Max’ Partnerin, daraus wurde ein Team, das heute Woche für Woche eine wachsende Bewegung orchestriert.
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HOAM ist kein Run Club für Bestzeiten. HOAM ist ein Zuhause für Menschen, die mittwochs nicht allein laufen wollen – sondern gemeinsam.
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HOAM heißt „Zuhause“ – und genau das ist der Kern
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„HOAM“ bedeutet im Dialekt „Zuhause“. Für Tim und Max ist das mehr als ein Name – es ist eine Positionierung. Stuttgart ist ihr Zuhause. Der Westen ist ihr Zuhause. Und HOAM soll sich anfühlen wie ein Raum, in dem man sich nicht verstellen muss.
Der Name selbst hat eine kleine Entstehungsgeschichte, wie sie typisch ist für Projekte, die organisch wachsen: Erst gab es andere Namensideen, dann kam die strategische Frage nach Schutz und Marke. Und irgendwann wurde aus einem Wortspiel ein Brand, das hängen bleibt: Holzapfel + Amann = HOAM. Kurz, einzigartig, identitätsstiftend. Und vor allem: passend. Denn „Zuhause“ ist das Gefühl, das sie skalieren wollen – nicht der Leistungsdruck.
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[ZITAT 1 – Pull Quote]
„Wir wollten einen Space schaffen, wo jeder abschalten kann – wie zuhause. Eine Wohlfühloase, in der man einfach man selbst ist.“
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„Das braucht Stuttgart jetzt“ – warum aus der Idee eine Bewegung wurde
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Die Ausgangslage war eigentlich simpel: Beide sind viel gelaufen, oft auch mit Freunden. Und irgendwann stand die Frage im Raum: Warum gibt es im Stuttgarter Westen keinen offenen Treffpunkt für gemeinsames Laufen, bei dem wirklich jeder mit kann?
Der konkrete Moment war fast beiläufig – ein Gespräch auf einem Geburtstag, eine typische „Schnapsidee“, wie sie selbst sagen. Doch dann passierte das, was gute Ideen von bloßen Gedanken unterscheidet: Sie haben es umgesetzt. Max ist vorgeprescht, hat Cafés angesprochen, Türen geöffnet, Partner gewonnen. Tim sagt selbst, dass ihm genau das geholfen hat: Einer, der das Zepter in die Hand nimmt, damit aus „wir sollten mal“ ein „wir machen“ wird.
Und das Ergebnis? Ein wöchentlicher Termin, der sich so stark in die Stadt eingeschrieben hat, dass die Leute enttäuscht sind, wenn HOAM Pause macht. Nicht, weil ihnen ein Training fehlt – sondern weil ihnen ein Ritual fehlt.
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Performance ist nicht der KPI – Community schon
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Viele Run Clubs haben einen klaren Fokus: Pace, Zeiten, Rankings. HOAM wirkt anders. Nicht anti-sportlich – sondern bewusst menschenzentriert.
Ja, jeder will besser werden. Natürlich. Aber HOAM senkt die Einstiegshürde radikal. Es gibt Gruppen, die für Anfänger wirklich machbar sind – sogar mit sehr langsamen Paces. Gleichzeitig gibt es auch Gruppen für Ambitionierte. Der Unterschied ist: Es ist ein Social Run. Kein Drop Run. Niemand wird abgehängt, niemand wird zum Beweis seiner Leistung benutzt. Das Bindeglied ist die Gemeinschaft, nicht die Uhr.
Dabei gibt es auch Formate, in denen man an die Grenze gehen kann: Intervalle, Long Runs, unterschiedliche Distanzen. Aber der Spirit bleibt derselbe: Du läufst nicht gegen die Gruppe, sondern mit ihr.
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Woran man merkt, dass HOAM funktioniert
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Eine echte Community erkennt man nicht am Logo. Man erkennt sie an Verhalten. An Respekt. An Zugehörigkeit. Und an dem Moment, in dem aus „ich komme mal mit“ ein „das ist mein Mittwoch“ wird.
Bei HOAM kommen Menschen, die sich sonst nie begegnet wären: Studierende, Berufseinsteiger, Menschen neu in Stuttgart, Erfahrene, Anfänger, Leute im Anzug direkt nach der Arbeit. Altersrange? Von ca. 18 bis weit über 50. Und dazwischen: alles.
Was HOAM besonders macht, sind die Geschichten, die nebenbei entstehen: Menschen, die durch HOAM Freundschaften gefunden haben – und deshalb seit dem ersten Run jede Woche wiederkommen. Das ist der Moment, in dem ein Projekt seinen Zweck erfüllt: Wenn es nicht mehr „dein Format“ ist, sondern „unser Ort“.
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[ZITAT 2 – Pull Quote]
„Ohne euch wäre ich bei schlechtem Wetter nie gelaufen – und ohne euch hätte ich hier keine Freunde gefunden.“
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Unsichtbare Arbeit: Organisation, Verantwortung, echte Risiken
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Von außen sieht es leicht aus: Man läuft mit. Man lacht. Man trinkt danach noch etwas. Doch hinter einem wöchentlichen Run mit teils sehr vielen Teilnehmenden steckt operatives Management – und zwar auf einem Level, das schnell Richtung Teilzeitjob geht.
Planung, Kommunikation, Community-Pflege, Social Media, Abstimmungen mit Partnerlocations, Routen, Sicherheit, Gruppeneinteilung, Ansagen, Ansprechpartner sein. Und dann sind da die „Real-Life“-Momente: Ordnungsamt, spontane Fragen, rechtliche Unsicherheiten, Straßenverkehrsordnung. Dazu kommt die Verantwortung: Was passiert, wenn sich jemand verletzt? Wenn jemand bei Rot läuft? Wenn die Dynamik kippt?
Wachstum ist ein Kompliment – aber auch ein Risikofaktor. Und HOAM geht damit professionell um: klare Kommunikation, Struktur, Teamaufbau. Mittlerweile haben sie ein Kernteam von rund 14–15 Leuten, viele davon seit Anfang an dabei. Menschen, die die Kultur verstehen – und genau deshalb helfen, sie zu bewahren.
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[INTROSTOPPER 2 – Kurz & prägnant]
Wachstum ist kein Selbstzweck. HOAM wächst nur dann gesund, wenn Struktur und Atmosphäre mithalten.
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Stuttgart: Leistungsdruck rein, Begegnung raus
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Stuttgart ist schnell, leistungsorientiert, getaktet. Viele funktionieren. HOAM setzt bewusst einen anderen Kontrapunkt: Begegnung ohne Druck. Ein Ort, an dem man nicht beweisen muss, dass man „sportlich genug“ ist. Sondern einfach nur da sein darf.
Das heißt nicht, dass HOAM Leistung verurteilt – im Gegenteil. Aber HOAM entkoppelt Selbstwert von Pace. Wer langsamer läuft, ist nicht „schlechter“, sondern einfach Teil des Ganzen. Und wer schnell läuft, hat genauso Platz – solange es nicht auf Kosten anderer passiert.
Es ist dieser Ansatz, der HOAM gleichzeitig so niedrigschwellig und so attraktiv macht: Man kommt wegen des Laufens – und bleibt wegen des Gefühls.
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Werte, die über Sport hinausgehen
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HOAM transportiert ein Set an Werten, die in jeder Community eigentlich Standard sein sollten – aber selten wirklich gelebt werden:
- Akzeptanz: Jeder ist willkommen, ohne sich zu verstellen
- Sicherheit & Verantwortung: Öffentlicher Raum heißt Regeln respektieren.
- Zusammenhalt: Gemeinsam laufen, gemeinsam wachsen.
- Wohlfühlen: Ein „Zuhause“-Gefühl schaffen, nicht nur ein Trainingsplan.
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Und ganz pragmatisch: Sie schaffen Infrastruktur. Ein fester Startpunkt im Stuttgarter Westen, das Fietsen Radcáfe als Partnerlocation. Die Leute können Taschen ablegen, sich umziehen, nach dem Lauf bleiben. Das verhindert, dass alles direkt auseinanderfällt. Es ist Community-Design – nicht zufällig, sondern bewusst.
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Wachstum ohne Kulturverlust: die schwierigste Disziplin
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Die Frage nach der Grenze ist die härteste – weil HOAM das Wachstum nicht vollständig steuern kann. Es ist offen. Kein Ticket. Keine Schranke. Und trotzdem braucht es Kontrolle, damit es nicht kippt.
Der Weg, den sie wählen, ist smart: Struktur statt Ausschluss. Mehr Pace-Gruppen, mehr klare Einteilung, mehr Kapazität durch Pacemaker. Perspektivisch auch Tools zur groben Planung, damit man abschätzen kann, wie viele kommen – ohne den offenen Charakter zu verlieren.
Und für das „kleine Gefühl“ in einem großen Format? Dafür denken sie in Zusatzformaten: kleinere Special Events, bei denen man wieder näher zusammenrückt. So bleibt der Mittwoch groß – und das Herz bleibt nah.
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[ZITAT 3 – Pull Quote]
„Wir haben das Wachstum nicht mehr im Griff – aber wir können die Strukturen so bauen, dass die Atmosphäre bleibt.“
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Fazit: Was nach dem ersten HOAM-Run bleiben soll
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Wenn jemand zum ersten Mal bei HOAM mitläuft, soll er nicht nur müde nach Hause gehen – sondern leichter. Mit Endorphinen, ja. Aber vor allem mit dem Gefühl, irgendwo angekommen zu sein.
Tim und Max wünschen sich, dass Menschen Lust bekommen, wiederzukommen. Dass mittwochs ein Standardtermin wird – nicht als Pflicht, sondern als Highlight. Dass man zwei neue Leute kennenlernt. Dass man Stuttgart ein Stück weniger anonym erlebt. Und dass man versteht: Community ist kein Buzzword. Community ist ein Raum, den man konsequent pflegt – Woche für Woche.
HOAM ist im Kern eine simple Idee: Gemeinsam laufen. Doch der Impact ist alles andere als simpel. Denn in einer Stadt, die viel fordert, ist ein Ort, der verbindet, fast schon ein gesellschaftlicher Service.
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[INTROSTOPPER 3 – Abschlussimpuls]
HOAM ist kein Club, der dich schneller macht. HOAM ist ein Zuhause, das dich zurückholt – zu dir, zu anderen, zu einem Mittwoch, der sich lohnt.
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Kontakt Hoam Sportsclub
Instagram: hoam.sportsclub
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