Jesse Piercing – Radikal ehrlich, Qualität statt Masse

Jesse Piercing, was als beruflicher Neustart begann, ist heute eine gefragte Adresse für alle, die beim Piercen keine Kompromisse eingehen wollen.

 

„Ein gutes Piercing beginnt nicht mit der Nadel – sondern mit Vertrauen.“

 

 

Viele Menschen sehen Piercings noch immer als schnelle Dienstleistung: reinkommen, stechen, fertig. Doch wer Jesse begegnet, merkt schnell, dass hier etwas anderes passiert. Ruhe statt Hektik. Aufklärung statt Fließband. Verantwortung statt Show.
Jesse ist seit vier Jahren professioneller Piercer. Er arbeitet in verschiedenen Tattoo-Studios in Stuttgart, Pforzheim, Backnang und Karlsruhe – und hat sich dort einen außergewöhnlich loyalen Kundenstamm aufgebaut. Viele warten bewusst auf „ihren“ Tag, an dem Jesse vor Ort ist. Andere fahren weit über 50 Kilometer, nur um sich von ihm piercen zu lassen.
Warum? Weil Qualität Zeit braucht. Und Vertrauen.

 

 

„Ein Piercing ist kein Produkt. Es ist eine Entscheidung – und die verdient Respekt.“

 

 


Die Fragen stellt die Redaktion von KD Magazin.
Die Antworten gibt Jesse, Gründer von Jesse Piercing

 

„Jesse, wie erklärst du jemandem, der mit der Szene nichts zu tun hat, was ein guter Piercer wirklich macht?“

Ein guter Piercer arbeitet nicht nur fürs Geld. Klar, es ist ein Beruf – aber wenn es nur ums schnelle Verdienen geht, merkt das der Kunde sofort. Ein gutes Piercing beginnt mit Beratung, nicht mit der Nadel. Es geht um Schmuckqualität, um den richtigen Winkel, um Hygiene und vor allem um Verantwortung.
Ich steche immer im 90-Grad-Winkel und mit Überlänge, weil der Körper nach dem Stechen anschwillt. Ein Piercing ist eine frische Wunde – wer das ignoriert, produziert Probleme. Hygiene ist dabei selbstverständlich: steril arbeiten, Handschuhe, saubere Arbeitsweise. Das ist keine Kür, sondern Pflicht.

 

Jesse Piercer

 

Wie bist du überhaupt zum Piercen gekommen? Was ist dein Werdegang?
Ich habe viele Jahre in der Altenpflege gearbeitet – insgesamt über zehn Jahre. Irgendwann war mein Körper einfach am Limit, vor allem der Rücken. Mein bester Freund hat mir dann den Kontakt zu seinem Vater vermittelt, der selbst Piercer ist. Er hat mir das Handwerk beigebracht.
Ich habe ein Jahr lang fast ausschließlich zugeschaut. Nicht nur beim Stechen, sondern beim Umgang mit Menschen. Wie man sicher arbeitet. Wie man Qualität konstant hält. Wie man Kunden nicht verliert. Diese Zeit hat mich extrem geprägt.

 

Was hat dich überzeugt, diesen Beruf wirklich zu machen?
Natürlich spielt Geld eine Rolle – das wäre gelogen, wenn man das leugnet. Aber das Entscheidende ist etwas anderes: zu sehen, dass Menschen glücklich sind. Dass sie sich wohlfühlen, verstanden fühlen und mit einem guten Gefühl nach Hause gehen.
Ich sehe oft, dass andere Piercer hohe Preise verlangen, aber billigen Schmuck einsetzen oder unsauber arbeiten. Das passt für mich nicht zusammen. Qualität muss ehrlich sein.

 

 

„Qualität erkennt man nicht am Preis – sondern daran, wie ernst jemand seine Arbeit nimmt.“

 

 

Viele Menschen kommen nervös oder unsicher zu dir. Wie gehst du mit dieser Angst um?
Sehr viele. Gerade Menschen, die ihr erstes Piercing wollen, kommen oft extrem angespannt. Manche zittern, manche reden ununterbrochen, andere sind ganz still. Angst ist völlig normal.
Ich erkläre jeden Schritt ganz genau: womit ich steche, warum diese Nadel, wie lange es dauert und was der Körper dabei macht. Wissen nimmt Angst. Außerdem lasse ich mir Zeit. Wenn jemand noch einen Moment braucht, dann bekommt er ihn.
Viele kennen meine Arbeit schon über Social Media. Das gibt Sicherheit. Wichtig ist mir: Die Kontrolle bleibt immer beim Kunden. Ich steche nichts, solange jemand innerlich nicht bereit ist.

 

Jesse Piercer

 

Woran erkennt man einen guten – oder schlechten – Piercer?
Am Pflege- und Beratungsgespräch. Da zeigt sich sofort, ob jemand weiß, wovon er spricht. Auch an der Hygiene, am Umgangston und daran, ob jemand Grenzen respektiert.
Es gibt leider Piercer, die junge Menschen ausnutzen oder unangemessen handeln. Das lehne ich strikt ab. Respekt ist nicht verhandelbar.

 

Wie regelst du Piercings bei Minderjährigen?
Sehr streng – und bewusst. Unter 14 Jahren steche ich grundsätzlich nichts. Ab 14 nur mit erziehungsberechtigter Begleitperson und Ausweisen. Ab 16 reicht eine Einverständniserklärung.
Aber selbst wenn rechtlich alles passt, entscheide ich individuell. Versteht die Person, was ein Piercing bedeutet? Ist es eine eigene Entscheidung oder Gruppendruck? Ich sage auch Nein, wenn sich etwas nicht richtig anfühlt.

 

Jesse Piercer

 

Welche Rolle spielt Nachsorge für dich?
Eine riesige. Ein Piercing endet nicht mit dem Stechen – da beginnt es erst. Die meisten Probleme entstehen Tage oder Wochen später.
Deshalb bekommen alle meine Kund:innen meine direkten Kontaktdaten. Wenn etwas komisch aussieht, schicken sie mir ein Foto. Ich kann sofort einschätzen, ob es normal ist oder Handlungsbedarf besteht.
Viele Menschen verunsichern sich durch Internetrecherche. Ich versuche, Ruhe reinzubringen und verständlich zu erklären, was der Körper gerade macht.

 

„Ein gutes Piercing heilt nicht von allein – sondern mit Begleitung.“

 

 

Warum kommen Menschen extra von weiter weg oder warten auf deinen Termin?
Früher kamen die meisten aus dem Laden selbst. Heute kommen rund 80 % über Social Media. Viele nehmen Wartezeiten oder lange Anfahrten bewusst in Kauf.
Das zeigt mir, dass Vertrauen wichtiger ist als Bequemlichkeit. Qualität spricht sich herum.

 

Welche Rolle spielt Social Media für dich?
Eine sehr große – aber nicht als Werbung, sondern als Aufklärung. Ich zeige Prozesse, erkläre Schritte und nehme Angst. Viele Kund:innen kommen vorbereitet und mit Vertrauen.
Social Media ist für mich eine Verlängerung meiner Arbeit. Es bringt Verantwortung mit sich – denn wer sichtbar ist, muss sauber arbeiten. Immer.

 

Gibt es Piercings oder Situationen, die du ablehnst?
Ja. Bei Schwangeren steche ich nichts. Auch nicht bei stillenden Müttern, vor allem keine Nippelpiercings – das Risiko fürs Kind ist zu hoch.
Bestimmte Intimpiercings bei Männern mache ich ebenfalls nicht. Nicht aus Ablehnung, sondern aus Erfahrung.

 

Was gibt dir dieser Beruf, was dir kein anderer Job geben konnte?
Freiheit, Verantwortung und Nähe zu Menschen. Ich kann meine Zeit planen, für meine Familie da sein und trotzdem mit Leidenschaft arbeiten. Besonders als Vater ist mir das wichtig.

 

Jesse Piercer

 

Wo siehst du dich in fünf Jahren?
Ich sehe mich mit einer klar positionierten Marke, die über das reine Piercen hinausgeht. Mein Ziel ist es, Jesse Piercing strategisch weiter auszubauen – mit eigenen Schmuckkollektionen, hochwertigen Pflege- und Hygieneprodukten sowie klaren Qualitätsstandards, hinter denen ich zu 100 % stehe.

Langfristig möchte ich mein Know-how auch weitergeben: nicht im Sinne von Masse, sondern gezielt an Menschen, die meine Haltung teilen. Piercing soll sauber, verantwortungsvoll und mit echter Aufklärung verbunden sein. Wenn daraus später ein Ausbildungs- oder Mentoring-Ansatz entsteht, dann genau so, wie ich selbst arbeite: strukturiert, ehrlich und qualitätsgetrieben.

 

Welche Trends beobachtest du aktuell?
Sehr gefragt sind Nipple-Piercings, auch wenn sie kaum öffentlich gezeigt werden können. Außerdem bleibt das Bauchnabelpiercing extrem beliebt, gerade bei jungen Frauen.

 


 

Name: Jesse
Alter: 31 Jahre
Brand: Jesse Piercing
Beruf: Professioneller Piercer
Erfahrung: seit über 4 Jahren aktiv
Arbeitsweise: qualitätsorientiert · hygienisch · beratungsstark
USP: 1:1-Betreuung, intensive Nachsorge, hohe Vertrauensbindung
Reichweite: über 10.000 Follower auf TikTok & Instagram
Einzugsgebiet: Stuttgart · Pforzheim · Backnang · Karlsruhe
Philosophie: Qualität vor Tempo – Aufklärung vor Aktion

 


Fazit

Dieses Interview zeigt: Jesse ist kein Piercer, der einfach sticht. Er begleitet. Er erklärt. Er übernimmt Verantwortung – für Körper, für Menschen, für Entscheidungen.
Jesse Piercing steht nicht für Schnelligkeit oder Trends, sondern für Qualität, Aufklärung und Vertrauen. Und genau deshalb kommen Menschen immer wieder – und warten auch gerne.

 

 

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