Ein Spaziergang durch urbanharbor
Wie aus einem Industrieareal in Ludwigsburg ein Ökosystem für Innovation, Unternehmertum und Begegnung entsteht
Wer heute das urbanharbor Gelände in Ludwigsburg betritt, merkt schnell: Dieser Ort funktioniert anders als ein klassischer Gewerbepark. Zwischen historischen Industriehallen, modernen Gebäuden, offenen Plätzen und überraschend viel Grün entsteht eine Atmosphäre, die eher an einen urbanen Campus erinnert als an ein typisches Industriegebiet.
Wo früher industrielle Produktion stattfand, arbeiten heute Technologieunternehmen, Kreativfirmen, Start-ups und etablierte Konzerne Tür an Tür. Entwickler treffen beim Mittagessen auf Designer, Ingenieure diskutieren mit Unternehmern über neue Ideen, und immer wieder entstehen Gespräche, die weit über den ursprünglichen Anlass hinausgehen.
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Unternehmen wie Bosch oder Porsche haben hier ebenso ihren Platz gefunden wie junge Firmen, die gerade erst beginnen, ihre Visionen umzusetzen. Diese Mischung ist kein Zufall. Sie ist Teil eines Konzepts, das bewusst darauf ausgelegt ist, Innovation zu fördern.
urbanharbor versteht sich nicht nur als Ort zum Arbeiten, sondern als Plattform für Austausch, Begegnung und neue Perspektiven. Ein Ort, an dem Wirtschaft, Technologie und gesellschaftliche Entwicklung zusammenfinden.
Unser Rundgang beginnt im Speisewerk, dem kulinarischen und sozialen Zentrum des Geländes.
Das Speisewerk – mehr als eine Kantine
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Schon beim Betreten des Speisewerks wird klar, dass hier mehr passiert als klassische Betriebsgastronomie. Große Fensterflächen lassen viel Licht in den Raum, Menschen sitzen an langen Tischen, Laptop-Bildschirme stehen neben Kaffeetassen, und Gespräche entstehen spontan zwischen Mitarbeitern verschiedener Unternehmen.
Die Atmosphäre erinnert eher an ein urbanes Café als an eine klassische Kantine.
Genau das war auch die Idee hinter diesem Konzept. Statt dass jede Firma auf dem Gelände ihre eigene Verpflegung organisiert, wurde hier eine Plattformkantine geschaffen – ein zentraler Treffpunkt für alle Unternehmen des Areals.
„Wir wollten einen Ort schaffen, an dem Menschen aus unterschiedlichen Firmen zusammenkommen“, erklärt Max Maier während unseres Rundgangs. „Wenn ein Entwickler von Bosch neben jemandem von Porsche oder einem jungen Start-up sitzt, entstehen Gespräche, die sonst vielleicht nie stattfinden würden.“
Diese Begegnungen sind kein Nebeneffekt, sondern ein zentraler Bestandteil des urbanharbor-Gedankens.
Unterhalb des Restaurants befindet sich eine große Produktionsküche. Von hier aus werden täglich nicht nur die Gäste im Speisewerk versorgt, sondern auch Schulen, Kitas und andere Einrichtungen in der Region beliefert.
Damit verbindet urbanharbor Gastronomie, Logistik und regionale Versorgung in einem System – ein Ansatz, der zeigt, wie verschiedene Funktionen auf einem Areal miteinander verknüpft werden können.
Ein Gelände mit industrieller Vergangenheit
urbanharbor wurde nicht neu auf der grünen Wiese errichtet. Das Gelände blickt auf eine lange Industriegeschichte zurück, die bis in die frühen Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts reicht.
Viele Gebäude stammen aus den 1950er- und 1960er-Jahren, einige sogar aus der Zeit davor. Früher wurden hier unter anderem Kühlsysteme produziert – Technologien, die damals als echte Innovation galten und weltweit exportiert wurden.
Wer über das Gelände läuft, entdeckt noch immer viele Spuren dieser industriellen Vergangenheit: massive Backsteinfassaden, hohe Hallenstrukturen und architektonische Details, die an eine Zeit erinnern, in der industrielle Produktion das Stadtbild prägte.
Statt diese Gebäude abzureißen, entschied sich die Betreiberfamilie bewusst für einen anderen Weg: Transformation statt Neubau.
Die bestehende Architektur wird erhalten, modernisiert und an neue Nutzungen angepasst. Dadurch bleibt nicht nur die Geschichte des Ortes sichtbar – auch enorme Mengen an Energie werden eingespart.
„Wir versuchen, die sogenannte graue Energie im Bestand zu erhalten“, erklärt Max Maier. „Das bedeutet, wir nutzen vorhandene Gebäude weiter und entwickeln neue Konzepte innerhalb der bestehenden Struktur.“
Dieser Ansatz macht urbanharbor zu einem Beispiel dafür, wie nachhaltige Stadtentwicklung funktionieren kann.
Container als Symbol eines neuen Hafens
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Beim Spaziergang über das Gelände fällt schnell ein gestalterisches Element auf: Container.
Sie dienen als Eingänge, architektonische Akzente oder funktionale Räume. Doch sie sind mehr als ein Designobjekt – sie sind ein bewusst gewähltes Symbol.
Der Name urbanharbor ist dabei kein Zufall. Ein Hafen ist traditionell ein Ort, an dem Waren aus unterschiedlichen Regionen der Welt ankommen, umgeschlagen und weiterverteilt werden.
Im urbanharbor geht es jedoch nicht nur um Güter – sondern um Ideen.
Der Container steht deshalb symbolisch für Austausch, Bewegung und internationale Vernetzung. Er erinnert daran, dass Innovation oft dort entsteht, wo unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen.
Diese Idee prägt auch die Gestaltung des Geländes. Architektur wird hier nicht nur funktional gedacht, sondern auch als Teil einer Geschichte.
Technologieunternehmen im urbanharbor
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Während wir weiter über das Gelände laufen, wird sichtbar, wie unterschiedlich die Unternehmen sind, die sich hier angesiedelt haben.
Zu den bekanntesten Mietern gehören Bosch und Porsche. Besonders Porsche hat mit seiner Digitalabteilung einen Standort geschaffen, an dem an Zukunftsthemen der Mobilität gearbeitet wird.
Auch Bosch nutzt Flächen im urbanharbor für Entwicklung und Innovation. In einigen Bereichen entstehen Projekte rund um Robotik, Softwareentwicklung und industrielle Digitalisierung.
Gerade diese Mischung macht den Reiz des Standorts aus. Große Unternehmen profitieren von der Nähe zu Start-ups und jungen Technologieunternehmen. Gleichzeitig erhalten kleinere Firmen Zugang zu einem Netzwerk, das sonst nur schwer erreichbar wäre.
urbanharbor versteht sich deshalb nicht nur als Standort für Büros oder Produktionsflächen, sondern als Plattform für Unternehmertum.
Das Hybrid-Loop-Gebäude – Innovation im Bestand
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Eines der spannendsten Gebäude auf dem Gelände ist das sogenannte Hybrid-Loop-Gebäude.
Von außen wirkt es zunächst zurückhaltend. Doch im Inneren verbirgt sich ein innovatives Konzept, das zeigt, wie alte Industriehallen in moderne Arbeitsräume transformiert werden können.
Hier kommt das sogenannte Haus-im-Haus-Prinzip zum Einsatz. Dabei bleibt die ursprüngliche Hallenstruktur erhalten, während im Inneren ein zweites Gebäude errichtet wird.
Zwischen beiden Gebäuden entsteht eine isolierende Luftschicht, die den Energieverbrauch deutlich reduziert. Gleichzeitig bleibt der industrielle Charakter der Halle sichtbar.
Dieses Konzept verbindet zwei Welten: historische Architektur und moderne Energieeffizienz.
Zusätzlich wurden auf den Dächern große Photovoltaikanlagen installiert. Sie produzieren einen Teil der Energie direkt vor Ort und tragen dazu bei, den CO₂-Ausstoß des Areals zu reduzieren.
Digitale Sensorik sorgt dafür, dass Energie möglichst effizient genutzt wird – von der Beleuchtung bis zur Temperatursteuerung.
Reallabore für neue Technologien
Ein weiterer spannender Aspekt des urbanharbor sind sogenannte Reallabore.
In einigen Gebäuden programmieren Entwickler Software für Robotik oder Logistiksysteme – während nur wenige Meter entfernt die entsprechenden Maschinen im realen Betrieb getestet werden.
Diese Nähe zwischen Entwicklung und Anwendung schafft ideale Bedingungen für Innovation.
„Unternehmen können ihre Technologien hier nicht nur entwickeln, sondern direkt im realen Umfeld ausprobieren“, erklärt Max Maier.
Gerade für Branchen wie Robotik, Logistik oder industrielle Automatisierung ist diese Möglichkeit ein großer Vorteil.
Energie als zentrales Zukunftsthema
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Neben Architektur und Technologie spielt auch das Thema Energie eine zentrale Rolle im urbanharbor.
Auf mehreren Gebäuden befinden sich großflächige Photovoltaikanlagen, die einen Teil des Strombedarfs direkt vor Ort erzeugen.
Moderne Steuerungssysteme helfen dabei, Energieflüsse effizient zu managen. Ziel ist es, langfristig möglichst klimafreundlich zu arbeiten.
Auch bei der Gebäudetechnik wird auf Energieeffizienz geachtet – etwa durch intelligente Belüftungssysteme oder moderne Wärmelösungen.
Diese Maßnahmen zeigen, dass Nachhaltigkeit im urbanharbor nicht nur ein Schlagwort ist, sondern ein integraler Bestandteil der Entwicklung.
Orte der Begegnung
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Neben Arbeitsflächen wurden bewusst auch Orte für Begegnung geschaffen.
Ein Beispiel dafür ist eine Grünfläche auf dem Gelände, die heute als Aufenthaltsort genutzt wird. Früher stand hier eine Industriehalle, die durch einen Brand zerstört wurde.
Statt sie wieder aufzubauen, entschied man sich bewusst für eine andere Nutzung: eine offene Fläche für Begegnung.
Heute finden hier Veranstaltungen, Sportangebote oder informelle Treffen statt.
urbanharbor verbindet damit Arbeitswelt und Lebensqualität auf eine Weise, die in klassischen Gewerbeparks selten zu finden ist.
Industriegeschichte bleibt sichtbar
Ein architektonisches Highlight des Geländes ist eine historische Halle aus dem Jahr 1914.
Ihre beeindruckende Holzdachkonstruktion gehört zu den besonderen Merkmalen der Industriearchitektur dieser Zeit.
Solche Gebäude geben dem urbanharbor eine Atmosphäre, die in neu gebauten Gewerbeparks kaum zu finden ist.
Die Geschichte des Ortes bleibt sichtbar – und wird gleichzeitig in eine neue Zukunft überführt.
urbanharbor als Ökosystem
Während des Spaziergangs wird immer deutlicher: urbanharbor funktioniert nicht wie ein klassisches Industriegebiet.
Das Areal wurde bewusst so gestaltet, dass verschiedene Systeme miteinander interagieren.
Immobilien, Energie, Industire, Mobilität, Gastronomie und neue Formen der Lebensmittelproduktion werden miteinander verbunden.
Diese Vernetzung bezeichnet Max Maier als Sektorenkopplung.
Die Idee dahinter: Wenn unterschiedliche Bereiche miteinander in Kontakt kommen, entstehen neue Möglichkeiten.
urbanharbor entwickelt sich dadurch zu einem lebendigen Ökosystem.
Ausblick: Ein weiteres Kapitel
Ein besonders spannender Teil des Areals wurde bei diesem Spaziergang nur kurz angeschnitten:
Vertical Farming
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In einer ehemaligen Industriefläche wird hier auf mehreren Ebenen Gemüse unter kontrollierten Bedingungen angebaut – ressourcenschonend, regional und unabhängig von klassischen landwirtschaftlichen Flächen.
Dieses Konzept verbindet Landwirtschaft, Technologie und nachhaltige Lebensmittelproduktion auf innovative Weise.
Da dieses Thema eine eigene Geschichte verdient, wird sich ein weiterer Artikel im KD Magazin ausführlich mit diesem Projekt beschäftigen – inklusive eines Gesprächs mit den Verantwortlichen vor Ort.
Denn eines zeigt sich beim Spaziergang durch den urbanharbor ganz deutlich:
Viele Ideen beginnen hier – und entwickeln sich Schritt für Schritt weiter.
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Besuch & Anfahrt – urbanharbor
Adresse:
urbanharbor
Schwieberdinger Straße 74
71636 Ludwigsburg
👉 weitere Infos finden Sie unter: urbanharbor
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Öffentliche Verkehrsmittel:
VVS Routenplanung
Anfahrt & Route:
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Google Maps Route urbanharbor
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urbanharbor: Wo Industriegeschichte auf die Zukunft des Unternehmertums trifft









